Die Zielstudien-Emulation (TTE) hat aufgrund ihrer Fähigkeit, die Zuverlässigkeit kausaler Schlussfolgerungen aus Beobachtungsdaten zu verbessern, an Popularität gewonnen. Dennoch sind Kenntnisse über die aktuelle Nutzung, potenzielle Herausforderungen und Erkenntnisse zu Zielstudien in der Onkologie knapp. Insgesamt wurden 90 TTE-Studien im Bereich Krebs durch systematische Übersichten in PubMed und Embase identifiziert. Unter den 54 Anwendungen in der Krebstherapie wurden Registerdatenbanken (44,4 %) und das Gesamtüberleben (OS, 63,0 %) überwiegend als Datenquellen bzw. primäre Endpunkte verwendet. Etwa 30 (55,6 %) der eingeschlossenen TTE-Fälle waren mit dem Bias durch unsterbliche Zeit verbunden, und 21 (38,9 %) mit dem Bias durch vorherrschende Nutzer. Von den 21 Studien aus 13 Untersuchungen, die darauf abzielten, die Ergebnisse vorheriger randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zu kalibrieren, erfüllten nur 42,9 % sowohl die statistische Übereinstimmung als auch die Schätzungsübereinstimmung. Die Verfügbarkeit zweckmäßiger Datenquellen und Unsicherheiten hinsichtlich der Übereinstimmung der Ergebnisse waren die Haupthindernisse, die die Menge und Qualität von TTE in der Onkologie begrenzen. Die Förderung der regulatorischen Akzeptanz durch Initiierung spezieller Projekte könnte entscheidend für die erweiterte Anwendung von Real-World-Daten (RWD) mittels TTE sein. Potenzielle Lösungen wie die Integration elektronischer Gesundheitsakten auf regionaler oder nationaler Ebene, die Verknüpfung mit Versicherungsdatenbanken, die Modernisierung der Einschlusskriterien, die Nutzung des Gesamtüberlebens als primären Endpunkt und weitere Best Practices wurden empfohlen, um die Machbarkeit und Qualität von TTE in der Onkologie zu verbessern.