Verständnis der Dysfunktion des Immunsystems und ihres Kontexts bei Stimmungsstörungen: Psychoneuroimmunoendokrinologie und klinische Interventionen

Miguel A. Ortega ,  

Oscar Fraile-Martinez ,  

Cielo García-Montero ,  

Raul Diaz-Pedrero ,  

Laura Lopez-Gonzalez ,  

Jorge Monserrat ,  

Silvestra Barrena-Blázquez ,  

Miguel Angel Alvarez-Mon ,  

Guillermo Lahera ,  

Melchor Alvarez-Mon ,  

Abstract

Stimmungsstörungen umfassen eine Reihe von psychiatrischen Manifestationen, die in unserer Gesellschaft zunehmend verbreitet sind, hauptsächlich vertreten durch Major Depression (MDD) und bipolare Störung (BD). Die Ätiopathogenese von Stimmungsstörungen ist äußerst komplex, wobei ein breites Spektrum biologischer, psychologischer und soziokultureller Faktoren für ihr Auftreten und ihre Entwicklung verantwortlich ist. In diesem Sinne stellt die Dysfunktion des Immunsystems einen Schlüsselmechanismus beim Beginn und der Pathophysiologie von Stimmungsstörungen dar, der hauptsächlich das zentrale Nervensystem (Neuroinflammation) und die Peripherie des Körpers (systemische Entzündung) beeinträchtigt. Diese Veränderungen können jedoch nicht separat verstanden werden, sondern als Teil eines komplexen Bildes, in dem verschiedene Faktoren und Systeme miteinander interagieren. Psychoneuroimmunoendokrinologie (PNIE) ist das Fachgebiet, das die Beziehung zwischen diesen Elementen und die Auswirkungen der Integration von Geist und Körper untersucht, wobei das Immunsystem als Teil eines Ganzen betrachtet wird. Somit ist die Dysfunktion des Immunsystems in der Lage, verschiedene Mechanismen zu beeinflussen und zu aktivieren, die die Psyche stören, das Nervensystem schädigen, Veränderungen der endokrinen und metabolischen Systeme verursachen, die Mikrobiota und das Darm-Ökosystem stören sowie andere Organe beeinträchtigen; all diese Mechanismen sind wiederum verantwortlich für die Induktion und Verstärkung der Immunfunktionsstörung. Ebenso ist der klinische Ansatz für diese Patienten üblicherweise multidisziplinär, und das therapeutische Arsenal umfasst verschiedene pharmakologische (z. B. Antidepressiva, Antipsychotika und Lithium) und nicht-pharmakologische (d. h. Psychotherapie, Lebensstil und Elektrokonvulsionstherapie) Behandlungen. Diese Interventionen modulieren auch das Immunsystem und andere Elemente der PNIE bei diesen Patienten, was interessant sein kann, um den therapeutischen Erfolg oder Misserfolg dieser Ansätze zu verstehen. In diesem Sinne zielt diese Übersicht darauf ab, die Beziehung zwischen Immunfunktionsstörung und Stimmungsstörungen sowie deren Integration im komplexen Kontext der PNIE zu vertiefen. Ebenso wird versucht, die Auswirkungen verschiedener klinischer Strategien auf das Immunsystem bei diesen Patienten zu erforschen, um die beschriebenen Mechanismen und ihre möglichen Anwendungen als Biomarker zu identifizieren.

Keywords

Stimmungsstörungen;Immunsystem;Neuroinflammation;Systemische Entzündung;Psychoneuroimmunoendokrinologie (PNIE);Pharmakologische Interventionen;Lebensstilmedizin

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